Mängel und Fehler im Medizinrecht in Düsseldorf

Medizinrecht – Rechtsanwalt mit Sitz in Düsseldorf: Mängel und Fehler

Die Unterscheidung von Diagnosefehlern und Befunderhebungsfehlern ist eine besondere Herausforderung. Insbesondere da die Haftung des Arztes hier doch sehr unterschiedliche Konsequenzen zur Folge haben kann.

Abgrenzung:

Behandlungsfehler (falsches Durchführen der Behandlung)

Ärzte sind dazu verpflichtet Ihre Patienten sorgfältig und gewissenhaft zu behandeln. Zu der ärztlichen Sorgfaltspflicht gehört eine ordnungsgemäße Diagnose sowie die zeitgerechte Behandlung nach aktuellen Leitlinien. Entsteht dem Patienten durch eine Pflichtverletzung des Arztes ein physischer und/ oder psychischer Schaden, so ist der Arzt schadenersatzpflichtig, was auch ein etwaiges Schmerzensgeld umfasst

Diagnosefehler (falsches Auswerten der erhobenen Befunde)

Diagnostiziert der Arzt eine Krankheit, die eigentlich gar nicht vorliegt, oder stellt fest, dass ein Patient gesund ist, obwohl er in Wirklichkeit krank ist, spricht man von einem Diagnosefehler. Ein Diagnoseirrtum kann dem Arzt aber nur vorgeworfen werden, wenn er auch als Behandlungsfehler gewertet werden kann:

  •  Es liegen Symptome vor, welche kennzeichnend für eine bestimmte Erkrankung sind, aber vom Arzt nicht oder nicht genügend berücksichtigt wurden
  •  Die Diagnose des Arztes stellt eine unvertretbare Fehlleistung dar. Hier ist zu prüfen, ob ein gewissenhafter Arzt das diagnostische Vorgehen nicht mehr als vertretbar angesehen hätte.

Befunderhebungsfehler (unterlassen zwingend in Betracht kommender Befunderhebungsmethoden)

Hierbei wird geprüft, ob die unterlassene Behandlungsmethode mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Befund ergeben hätte, welcher in der Folge eine Behandlung nach sich gezogen hätte und ob das Nichtreagieren auf einen solchen Befund grob fehlerhaft wäre. Dazu zählen z.B. solche Fälle, in denen der Arzt die Erstellung eines Röntgenbildes oder eines MRT sorgfalstwidrig unterlassen hat. Ist dies zu bejahen, haftet der Arzt auf Schmerzensgeld und Schadensersatz.

Mangelnde Krankenhaushygiene

Mangelnde Krankenhaushygiene kann die sogenannte Krankenhausinfektion mit einem Krankenhauskeim zur Folge haben. Die Reform des Infektionsschutzgesetzes spricht den Leitern von Krankenhäusern und sonstigen Einrichtungen hierbei eine entscheidende Rolle bei der Sicherstellung der geltenden Hygienestandards zu.

Infiziert sich z. B. jemand nachweislich mit einem MRSA-Keim im Krankenhaus und erleidet dadurch einen gesundheitlichen Schaden, kann man Schmerzensgeld und Schadensersatz geltend machen. In Betracht kommen noch andere Infektionskrankheiten, welche häufig in Krankenhäusern vorkommen.

Manche Infektionskrankheiten sind meldepflichtig. Den Krankenhäusern können bei Verstößen gegen die Hygienevorschriften auch Sanktionen drohen (Bußgelder und anderweitige strafrechtliche Verfolgung).

Organisationsmangel

In größeren Arztpraxen und Krankenhäusern besteht die Pflicht, Behandlungs- und Arbeitsabläufe so zu strukturieren, dass keine Fehler passieren können (z.b.: defekte medizinische Geräte, nicht eingehaltene Hygienestandards, Druckstellen durch falsche Lagerung). Wurde die erforderliche Organisation gar nicht getroffen oder schlägt diese fehl, so liegt ein Organisationsfehler vor. Fehler in der Organisation können irreparable Gesundheitsschäden oder sogar den Tod eines Patienten zur Folge haben, was wiederum einen Anspruch auf Schadenersatz und Schmerzensgeld begründet.

Was zählt zur Organisation:

  •  Personalplanung: Ist genug Personal am entsprechend richtigen Ort?
  •  Materialplanung: Sind alle erforderlichen Instrumente und Medikamente vorhanden und am entsprechenden Ort?
  •  Kommunikationsüberwachung: Werden alle Informationen dokumentiert und an die richtige Stelle weitergeleitet?
  •  Planung zur Einhaltung der Hygienevorschriften: Werden die Vorschriften eingehalten und überwacht?

Aufklärungsfehler

Die Behandlung durch einen Arzt wird erst durch die Einwilligung des Patienten gerechtfertigt und somit auch straffrei. Wirksam einwilligen in die Behandlung kann der Patient aber nur, wenn er zuvor hinreichend vom Arzt aufgeklärt wurde und entsprechend hinsichtlich Nutzen und Risiko abwägen konnte.

Grundsätzlich muss ein Arzt dem Patienten die erstellte Diagnose vollständig und wahrheitsgemäß mitteilen. Der Arzt muss dem Patienten die geplante Behandlung oder den geplanten Eingriff nicht im medizinischen Detail, aber im für den Patienten verständlichen Wortlaut im Großen und Ganzen erklären. Er muss ihm den voraussichtlichen Verlauf der Krankheit erläutern, wenn er die Behandlung ablehnen sollte.

Der Arzt muss nicht nur über die als sicher geltenden Behandlungsfolgen (z.B. Narben, Dauerschmerzen, Folgeoperationen, Nebenwirkungen usw.) aufklären. Auch über Heilungschancen sowie Misserfolgsrisiko und Gefahren muss er den Patienten unterrichten. Über alternative Behandlungsmethoden muss er den Patienten nur dann aufklären, wenn diese verschiedene oder verschieden hohe Gefahren aufweisen.

Kommt der Arzt seiner Aufklärungspflicht nicht nach, macht er sich der Körperverletzung strafbar. Hierbei ist es nicht von Bedeutung, ob der Patient bei der Behandlung zu Schaden gekommen ist. Im Sterbefall eines Patienten in Folge der Behandlung macht der Arzt sich unter Umständen sogar der fahrlässigen Tötung strafbar. Der Arzt sowie das Krankenhaus können auf Schadensersatz und Schmerzensgeld verklagt werden.

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jochen rolfes
jochen rolfes
12:34 15 May 19
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Tarek Saad
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Jan Hartmann
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